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Erste wissenschaftliche Arbeiten angehender Fachökotoxikologinnen/en (GDCh/SETAC GLB)

Environmental Sciences EuropeBridging Science and Regulation at the Regional and European Level200820:20

https://doi.org/10.1007/s12302-008-0020-6

Eingegangen: 13. Juli 2008

Angenommen: 14. Juli 2008

Publiziert: 27. August 2008

Der durch die beiden Fachgesellschaften SETAC GLB (Society of Environmental Toxicology & Chemistry Europe, German-Language Branch e. V.) und GDCh (Gesellschaft Deutscher Chemiker e. V.) Fachgruppe ‚Umweltchemie und Ökotoxikologie‘ 2005 ins Leben gerufene Postgradualstudiengang (PGS) Ökotoxikologie mit zertifiziertem Abschluss als Fachökotoxikologe/in (GDCh/SETAC GLB) (Hollert et al. 2005) erlebt im dritten Jahr seines Bestehens eine anhaltend hohe Nachfrage. Die ersten sieben wissenschaftlichen Abschlussarbeiten wurden bereits angemeldet.

Die unter www.fachoekotoxikologie.de beschriebene Ausbildung (Ebke und Hollert 2007) sieht nach nunmehr drei Jahren ihren ersten Absolventen und angehenden Fachökotoxikologinnen und Fachökotoxikologen (GDCh/SETAC GLB) entgegen. Bisher sind alle Kurse mit wenigen Ausnahmen ausgebucht. Die anhaltend große Nachfrage bestärkt die Fachgesellschaften in ihrem Projekt, der Ausbildungslücke Ökotoxikologie in der Hochschullandschaft entgegen zu wirken.

In den in Tabelle 1 dargestellten Themen vertiefen die Teilnehmer einen der Themenkomplexe, die in den Kursen des PGS Ökotoxikologie vorgestellt wurden. Angefangen von einer terrestrischen Fragestellung, über statistische und regulatorische Aspekte bis hin zur Ökologischen Chemie und der Aquatischen Ökotoxikologie zeigen bereits die ersten sieben Abschlussarbeiten die Breite des Spektrums möglicher Themen auf.
Tabelle 1

Übersicht über die ersten wissenschaftlichen Arbeiten

Themenstellung

Bearbeiter

Unter Leitung

Prüfung von Borsäure als alternative Referenzsubstanz im Regenwurm-Freilandtest (ISO 11268-3)

Dipl. Biol. Petra Stegger, Institut für Gewässerschutz Mesocosm GmbH

Dr. J. Römbke, ECT Ökotoxikologie GmbH

Vergleich Gewässerschutz und Monitoring-Konzepte der EU und Schweiz am Beispiel von Antibiotika und hormonaktiven Substanzen

Dr. Elisabeth Klenke, SwissmedicSchweizerisches Heilmittelinstitut

Prof. Dr. R. Nagel,Technische Universität Dresden

Ökotoxikologische Bewertung ausgewählter Sedimente des Neckars mittels bioanalytischer Verfahren und statistischer Analysen

Dr. Jens Peter Konradt, Cognis Deuschland GmbH & Co.KG

Prof. Dr. H. T. Ratte/Prof. Dr. H. Hollert, RWTH Aachen

Bestätigung der Identität und Toxizität eines photolytischen Abbauprodukts von Diclofenac in aquatischen Testsystemen

Dipl. Geogr. Tobias Schulze, Umweltforschungszentrum Leipzig

Prof. Dr. H. Hollert, RWTH Aachen

Literaturstudie – Auswirkungen von Kupfer auf benthische Organismen

Dipl. Biol. Bilgin Karaoglan, Umweltbundesamt

PD Dr. J. Ahlers, Umweltbundesamt

Vergleich der Sensitivität der Makrophyten Ceratophyllum demersum, Elodea canadensis und Riccis fluitans mit Lemna spec. im OECD-Standardtest gegenüber Atrazin

Dipl. Biol. Daniel Zeyher, Institut für Gewässerschutz Mesocosm GmbH

Prof. Dr. J. Oehlmann, Universität Frankfurt

Bewertung des ökologischen Zustandes des Gleenbaches im Bereich eines Kläranlageneinleiters anhand von Makrozoobenthos gemäß der EU-WRRL

Dipl. Landschaftsökologe László Dören, Institut für Gewässerschutz Mesocosm GmbH

Prof. Dr. J. Oehlmann, Universität Frankfurt

Die wissenschaftliche Arbeit darf zu jeder Zeit unabhängig von den besuchten Kursen angefertigt werden. Dies und die Freiheit in der Gestaltung der Themen und Inhalte soll es auch berufstätigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ermöglichen, eine Arbeit anzufertigen. In der Prüfungsordnung steht: „Der Aufwand der Arbeit soll etwa 3 Monaten entsprechen … und auch berufsbegleitend angefertigt werden können …“, mit dieser Formulierung wird den Teilnehmern eine Vorstellung über den Umfang/Aufwand gegeben. Es ist nicht gefordert, die Arbeit an einem Stück anzufertigen, die Dauer von der Anmeldung bis zur Abgabe ist nicht limitiert.

Eine wichtige Anforderung an die Themenwahl ist der Ausschluss von Themen und Arbeiten, die direkt im beruflichen Umfeld oder einer Dissertation anfallen. Die Teilnehmer werden daher ausdrücklich aufgefordert, sich zur Erweiterung ihres Qualifikationsprofils neuen Themen zu widmen. Neben der Umsetzung bzw. Durchführung der Arbeit müssen die Teilnehmer bereits die Entwicklung des Themas, die Organisation und die zeitliche Gestaltung selbst übernehmen. Dies unterstreicht den postgradualen Charakter der Ausbildung und bescheinigt den Absolventen, auf hohem Niveau in einem neuen ökotoxikologischen Thema wissenschaftlich zu arbeiten.

Die wissenschaftliche Arbeit stellt neben der erfolgreichen Teilnahme von mindestens acht Kursen und der Abschlussprüfung ein wichtiges Prüfungselement für die Auszeichnung geprüfter Fachökotoxikologin/e GDCh/SETAC GLB dar.

Authors’ Affiliations

(1)
Institut für Gewässerschutz MESOCOSM GmbH
(2)
Institut für Umweltforschung (Biologie V), RWTH Aachen

Literatur

  1. Ebke KP, Hollert H (2007) Fachökotoxikologin/e (GDCh/SETAC GLB) – Eine postgraduale Weiterbildung – GDCh und SETAC-GLB haben auf die Lücken im Ausbildungssystem reagiert. Umweltwiss Schadst Forsch 19(Sonderheft Nr. 1):71–72Google Scholar
  2. Hollert H, Ahlers J, Schulz R, Schüurmann G, Ratte HT, Nagel R (2005) Editorial: Auf zu neuen Ufern – Postgraduale Weiterbildung mit dem zertifizierten Abschluss Fachökotoxikologin/e SETAC/GBCh beginnt 2005. Umweltwiss Schadst Forsch 17:1–2Google Scholar

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