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GeoöKon 2009: Environmental Fate – Geoökologie in einer sich verändernden Umwelt

Bericht von der Jahrestagung des Verbandes für Geoökologie in Deutschland (VGöD) e. V.
Environmental Sciences EuropeBridging Science and Regulation at the Regional and European Level201022:112

https://doi.org/10.1007/s12302-010-0112-y

Eingegangen: 14. Januar 2010

Angenommen: 15. Januar 2010

Publiziert: 2. Februar 2010

Gemeinsam mit dem Institut für Geoökologie der TU Braunschweig hatte der VGöD zu einem geoökologischen Kongress (GeoöKon 2009) eingeladen, der unter dem Motto „Environmental Fate – Geoökologie in einer sich verändernden Umwelt“ vom 4. bis 6. Dezember 2009 in den Räumlichkeiten der TU Braunschweig stattfand. Für die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eröffnete sich in 20 Vorträgen, zwei Exkursionen und zahlreichen Begegnungen und Diskussionen im kleineren Rahmen ein breites Bild geoökologischer Fragestellungen in der Forschung sowie im Arbeitsalltag von Behörden und der freien Wirtschaft.

Der öffentliche Abendvortrag „Wie Menschen die Landschaften der Erde veränder(te)n“ von Prof. Dr. Hans-Rudolf Bork (Ökologie-Zentrum, Universität Kiel1) bot am 4. Dezember einen eindrucksvollen und bilderreichen Einstieg in den GeoöKon 2009. Anhand drastischer Beispiele (Südäthiopien heute, Deutschland im 14. Jahrhundert, Osterinsel im 13. bis ins 20. Jahrhundert und China 1958–1961) zeigte Prof. Bork, wie die Interaktion des Menschen mit seiner Umwelt zu abrupten Entwicklungen führte. Änderungen der Landnutzung, verursacht z. B. durch Überbevölkerung (Äthiopien) oder aufgrund politischer Vorgaben (China), aber auch katastrophale Witterungsereignisse (Deutschland) haben mehrfach lange Phasen nachhaltiger Landnutzung innerhalb kürzester Zeit beendet und nicht lineare, kaum reversible Landschaftsveränderungen in Gang gesetzt. Nicht immer war damit zwangsläufig ein kompletter Zusammenbruch der Zivilisation verbunden – im Fall der Osterinsel etwa zeugen noch heute gut erhaltene, fruchtbare Böden unter Steinmulch von erfolgreichen Überlebensstrategien.2 Mit diesem hoffnungsvollen Aspekt wies Prof. Bork einmal mehr darauf hin, wie lohnend das Studium geoökologischer Zusammenhänge sein könne.

Am 5. Dezember präsentierten zehn Referenten in einem Wissenschaftsforum ihre Erkenntnisse und Forschungsfragen zum Verhalten und zur Wirkung von anthropogenen Substanzen in der Umwelt, von Pestiziden über Metalle bis hin zum Kohlendioxid. Parallel berichteten Absolventinnen und Absolventen der Geoökologie von ihrem beruflichen Werdegang in Behörden und Wirtschaft und vermittelten Einblicke in ihre Arbeitsthemen. Zwischendrin lud ein von diversen Verlagen mit Fachliteratur ausgestatteter Büchertisch Neugierige zum Stöbern ein.

Nach Abschluss der Vortragsreihen fand die Jahreshauptversammlung des VGöD statt. Der restliche Abend stand dann ganz im Zeichen der Feier des 20-jährigen Bestehens der Braunschweiger Geoökologie – auch dies war ein Anlass gewesen, den GeoöKon 2009 zusammen mit der TU Braunschweig auszurichten. Prof. Otto Richter lud stellvertretend in den Architekturpavillon der TU. Für Speis und Trank, Musik (DJ Lutz) sowie eine faszinierende Showeinlage (Dipl.-Geoökol. Ruven Nagel, Abb. 1) war gesorgt. Etliche Braunschweiger Alumni stießen im Laufe des Abends hinzu; auf und abseits der Tanzfläche kam es zu vielen (Wieder-)Begegnungen.
Abb. 1

Ruven Nagel demonstriert die Kunst, fragile Systeme im Gleichgewicht zu halten

Am Nikolausmorgen trafen sich die Exkursionsteilnehmer, um wahlweise wasserbauliche Maßnahmen an der Oker im Braunschweiger Stadtgebiet oder Renaturierungsmaßnahmen im Allertal zu besichtigen. Beide Exkursionen boten reichlich Anschauungs- und Diskussionsmaterial. Gegen Mittag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dann erschöpft, aber voller neuer Eindrücke den Heimweg antreten.

Den Organisatoren im VGöD und an der TU Braunschweig gebührt Dank und Anerkennung für den erfolgreichen GeoöKon 2009. Ausführliche Berichte sowie Beiträge aus den Vortragsreihen sind im Forum der Geoökologie 21, Heft 1 (2010) abgedruckt.

Authors’ Affiliations

(1)
Karl-Winnacker-Institut, DECHEMA e. V.

Copyright

© Springer-Verlag 2010