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Berechnung einer landschaftsökologischen Raumgliederung Europas

Environmental Sciences EuropeBridging Science and Regulation at the Regional and European Level200720:227

https://doi.org/10.1065/uwsf2007.10.227

Eingegangen: 14. Juni 2007

Angenommen: 19. Oktober 2007

Publiziert: 20. Oktober 2007

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziel

Dieser erste Teil der Beitragsserie stellt die Berechnung einer ökologischen Raumgliederung Europas vor. Sie soll u.a. der Optimierung europäischer Umweltbeobach-tungsmessnetze dienen.

Material und Methoden

Als Grundlage der Berechnung der Raumgliederung dienen flächenhafte Daten zur potenziell natürlichen Vegetation, zur Bodenart, zur Höhe und zum Klima. Die Berechnungen wurden mit zwei Klassifikationsverfahren Durchgeführt: Classification and Regression Trees und Chisquare Interaction Detection. Hierbei wurde für Gebiete, die auf der Grundlage der Hauptformationen der potenziell natürlichen Vegetation aufgeteilt wurden, die jeweilige flächenproportionale Anzahl an Endklassen berechnet. Anschließend wurden die einzelnen Raumklassen zu einer europäischen Gesamtraumgliederung Zusammengefügt.

Ergebnisse

Die mit Classification and Regression Trees erzielten Ergebnisse wurden mit denen aus der Chisquare Interaction Detection anhand mehrerer Kriterien verglichen und erwiesen sich als vorzugswürdig. Die abgeleiteten Raumklassen können hinsichtlich ihrer ökologischen Eigenschaften beschrieben werden. Dies wird anhand der größten von 40 Endklassen der Gliederung für Europa beispielhaft gezeigt.

Diskussion

Die Ergebnisse der Classification Trees sollen in einem weiteren Beitrag dieser Serie mit anderen ökologischen Raumgliederungen Europas verglichen werden. Im Mittelpunkt der Diskussion über die verwendeten Daten steht die potenziell natürliche Vegetation. Als Integralindikator für heute vorliegende ökologische Bedingungen stellt sie eine nützliche Berechnungs-grundlage dar.

Schlussfolgerungen

Das Verfahren Classification and Regression Trees ist für ökologische Raumgliederungen gut geeignet. Es Ermöglicht eine reproduzierbare, vom Bearbeiter weitgehend unabhängige und insofern objektivierte Berechnung und Kartierung der Raumklassen. Eine so berechnete Karte ist ein wichtiges Instrument für die Umweltbeobachtung, weil sie dabei auf einem durch die Eingangsdaten definierten Differenzierungsniveau hilft, die raumstrukturelle Repräsentativität der Beobachtungsstellen zu überprüfen und zu quantifizieren.

Empfehlungen

Die ökologische Raumgliederung Europas sollte für die Analyse und Bewertung derjenigen Umweltmessnetze genutzt werden, deren Daten für die Beschreibung und Bewertung des Umweltzustands in Europa zusammengeführt und ausgewertet werden. In diesem Zusammenhang ist eine Einbindung der Raumgliederung sowie bestimmter Messnetze samt ihrer Metadaten in ein WebGIS von Vorteil.

Ausblick

Jeweils ein weiterer Beitrag dieser Reihe wird die Raumklassen der hier eingeführten Gliederung Europas in 40 ökologische Klassen eingehend beschreiben und mit vorhandenen Raumgliederungen vergleichen. Ein vierter Artikel soll Repräsentanzanalysen für einige europäische Umweltmessnetze präsentieren.

Schlagwörter

CART Europa geostatistische Verfahren PNV potenziell natürliche Vegetation, Raumgliederung, ökologische Raumklassen standort-ökologische Raumgliederung Umweltbeobachtung WebGIS