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Optimierung des Moosmonitoring-Messnetzes in Deutschland

  • Roland Pesch1Email author,
  • Winfried Schröder1,
  • Helga Dieffenbach-Fries2 und
  • Lutz Genßler3
Environmental Sciences EuropeBridging Science and Regulation at the Regional and European Level200720:166

https://doi.org/10.1065/uwsf2007.03.166

Eingegangen: 19. Januar 2007

Angenommen: 13. März 2007

Publiziert: 14. März 2007

Zusammenfassung

Ziel und Hintergrund

Deutschland beteiligte sich an den europäischen Moosmonitoring-Kampagnen 1990, 1995 und 2000. Deren Ziel ist die Kartierung der Metallakkumulation in Moosen als Vergleichswert für die Metalldeposition in terrestrischen Ökosystemen. Vor der vierten Untersuchung im Jahre 2005, die neben der Metall-erstmals auch die Stickstoff-Bioakkumulation umfasst, sollte untersucht werden, ob und wie das bis auf 1028 Standorte angewachsene Messnetz möglichst ohne Einschränkung der statistischen Aussagekraft reduziert werden kann. Hierbei sollte eine stärkere Vernetzung des Moosmonitoring mit anderen Umweltbeobachtungsprogrammen erreicht werden.

Methoden

Die Untersuchung stützt sich auf folgende Daten: Ergebnisse der Messung von bis zu jeweils 40 chemischen Elementen an 592 (1990), 1026 (1995) und 1028 (2000) Standorten in Deutschland; flächenhafte Daten über die Umgebung der Monitoring-Standorte in Bezug auf landschaftsökologische Ausstattung, Landnutzung, Stickstoff-Deposition und andere Umweltbeobachtungen. Diese Informationen wurden in vier Schritten mit Verfahren aus Geo-, Inferenz-und Perzentilstatistik sowie GIS ausgewertet.

Ergebnisse

Das Moosmonitoring-Messnetz für den Survey 2005 wurde von zuletzt 1028 Standorten auf 720 verringert ohne wesentliche Veränderung der Landschaftsrepräsentanz des Netzes, der geostatistischen Repräsentanz seiner Messwerte oder der Schätzung klassischer statistischer Kenngrößen.

Diskussion

Einschränkungen der räumlichen Dichte von Umweltmessnetzen sind vielfach aus Kostengründen nicht zu vermeiden oder aber aus fachlichen Gründen wie z.B. der Verknüpfung von mehreren Messprogrammen auch sinnvoll. In jedem Falle sollte die Umstrukturierung von Messnetzen möglichst nachvollziehbar erfolgen und eine quantitative Überprüfung anhand von Effizienz-und Suffizienzkriterien ermöglichen. Dies ist in der Praxis jedoch die Ausnahme.

Schlussfolgerungen

Die vorgestellte Methodik unterstützt die Restrukturierung von Umweltmessnetzen nachvollziehbar und ermöglicht, diese in ihren möglichen Auswirkungen auf die Informationsqualität anhand bisheriger Messdaten quantitativ zu beschreiben. Damit kann eine Effektivierung der Erhebung, Zusammenführung und Nutzung von Umweltdaten des Bundes und der Länder erreicht werden.

Empfehlungen und Perspektiven

Die Umweltbeobachtungen des Bundes und der Länder sollte auf Effizienz, Suffizienz und Verknüpfungsmöglichkeiten systematisch untersucht werden. Hierbei kann auf erprobte Verfahren zurückgegriffen werden. Effizienzsteigerungen werden nicht nur durch Restrukturierungen von Messnetzen möglich, sondern auch durch die informationelle Vernetzung bestehender Umweltdatenbanken anhand von Messnetz-Metadaten und ökologischen Raumgliederungen über das Internet.

Schlagwörter

Bioindikation Geostatistik Landschaftsrepräsentanz Messnetzoptimierung Messnetzverknüpfung Moosmonitoring Nachbarschaftsanalysen

Notes