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Chemisch-analytische Charakterisierung technischen tierischen Fettes aus einer Tierkörperbeseitigungsanstalt

  • Müfit Bahadir1,
  • Ralf Bock2,
  • Tina Dettmer2,
  • Oliver Falk3,
  • Jürgen Hesselbach2,
  • Petra Jopke1,
  • Birthe Matthies1,
  • Roland Meyer-Pittroff3,
  • Christiane Schmidt-Nädler1 und
  • Hubertus Wichmann1Email author
Umweltwissenschaften und Schadstoff-ForschungBridging Science and Regulation at the Regional and European Level201616:160100019

https://doi.org/10.1065/uwsf2003.03.054

Eingegangen: 21. November 2002

Angenommen: 7. März 2003

Publiziert: 25. Juni 2016

Zusammenfassung

Hintergrund und Ziel

Von den deutschen Tierkörperbescitigungsanstalten werden z. Z. rund 300.000 t/a technisches tierisches Fett produziert. Ausgelöst durch die BSE-Krise wird dieser Rohstoff nicht mehr als Tierfutterergänzungsmittel eingesetzt. Nun wird nach neuen Verwertungswegen für diese Fette gesucht. In diesem Zusammenhang wird von der DBU ein Verbundprojekt finanziert, in dessen Rahmen durch Umesterung der Fette Grundöle für Kühlschmierstoffe (KSS) hergestellt und die KSS-Produkte in der spanenden Bearbeitung von Metallen in der industriellen Praxis getestet werden sollen.

Methoden

Als erster Schritt sollten durch chemisch-analytische Untersuchungen die Eigenschaften und die Qualität des Rohfettes festgestellt und im Verlauf eines Jahres vergolgt werden, um u. a. saisonal bedingte Schwankungen zu erkennen. Die fettspezifischen und spurenanalytischen Parameter umfassten Gesamtverschmutzung, Sulfatasche, Wassergehalt, Peroxidzahl, Iodzahl, kinematische Viskosität, Säurezahl (freie Fettsäuren) und Fettsäurespektrum, Elemente- bzw. Schwermetalle (Al, B, Ca, Cd, Cr, Cu, Fe, K, Mo, Mn, Na, Ni, P, Pb, S, Sn, V, W und Zn) sowie polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe, polychlorierte Biphenyle, polychlorierte Dibenzo-p-dioxine und polychlorierte Dibenzofurane.

Ergebnisse

Die fettspezifischen Parameter lieferten wertvolle Hinweise für die Planung und Auslegung des technischen Prozesses zur Herstellung von Fettsäuremethylestern. So erwiesen sich beispielsweise Filtration und Entwässerung der Fette als notwendig. Geringe Schwankungen von Iodzahl, Viskosität und Fettsäurespektrum deuteten auf eine recht konstante Zusammensetzung des Rohmaterials im Jahresverlauf hin. Der Anteil freier Fettsäuren lieferte Hinweise auf den Hydrolyse- und Verderbnisgrad des Fettes. Die für die Kühlschmierstoffherstellung interessierenden gesättigten Fettsäuren repräsentierten 36,4% bis 54,6% des Fettsäurespektrums. Spurenanalytische Untersuchungen bezüglich anorganischer und organischer Schadstoffe belegten eine niedrige Grundbelastung des Rohfettes.

Ausblick

Ein nächster Schritt wird darin bestehen, die Technikumsanlage zur KSS-Grundölherstellung und damit verbunden Ergebnisse chemisch-analytischer Untersuchungen am Herstellungsprozess vorzustellen.

Schlagwörter

Fettanalytik Kühlschmierstoff PAK PCB PCDD/F Schwermetall Tierfett Tierfettmethylester Tierkörperbeseitigung

Notes