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Chlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane (PCDDs/PCDFs)

Belastung und gesundheitliche Beurteilung
  • Ch. Schlatter1 und
  • H. Poiger1
Umweltwissenschaften und Schadstoff-ForschungBridging Science and Regulation at the Regional and European Level19891:BF02940422

https://doi.org/10.1007/BF02940422

Publiziert: 1. Mai 1989

7 Zusammenfassung

  • - Bei der Mehrzahl von Verbrennungsprozessen entstehen PCDDs/PCDFs, da praktisch immer organisches Material und Chlor gegenwärtig ist.

  • - Neben TCDD müssen auch die anderen toxischen, 2,3,7,8-substituierten Isomere entsprechend ihrer toxischen Potenz berücksichtigt werden. TCDD hat toxikologisch nur einen Beitrag von etwa 10–20% im ubiquitär vorhandenen Gemisch der toxischen PCDDs/PCDFs.

  • - Die Mengen in Körperfett bzw. Organen der Bevölkerung kommen über die Nahrungsaufnahme (tierische Fette) zustande. Dies zeigen sowohl die gemessenen wie auch theoretisch errechneten Daten.

  • - Die Aufnahme über die Atemluft spielt keine Rolle; sie liegt im Bereich von weniger als 5% der Gesamtmenge aufgenommener TCDD-Äquivalente.

  • - Bei der gegenwärtigen Belastung der Durchschnittsbevölkerung sind keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

  • - Eine Beeinträchtigung der Gesundheit ist erst bei Belastungen zu erwarten, die zu einer PCDD/PCDF-Konzentration von mehreren tausend ppt TEQ führen, d. h. bei einer Exposition, welche die gegenwärtige um das etwa 80 bis 100-fache übersteigen würde.

  • - Gleichwohl soll ein weiteres unkontrolliertes Ansteigen der Belastung durch PCDDs/PCDFs verhindert werden. Langfristig ist eine Reduktion des Eintrags dieser unerwünschten Stoffe in die Umwelt anzustreben. Dies wird durch eine noch bessere Kenntnis der Entstehungsprozesse und weiter verbesserte Verbrennungstechnologien möglich sein. Aufgrund von technischen Verbesserungen in Kehrichtverbrennungsanlagen und der Ausrüstung der Anlagen mit wirksamen Systemen zur Rauchgasreinigung ist bereits mittelfristig mit einer deutlichen Reduktion der Fracht aus solchen Anlagen zu rechnen.