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Montane Baumschäden durch das Herbizid Trichloressigsäure

— Symptome und mögliche Ursachen
  • H. Frank1,
  • Antje Vincon1 und
  • J. Reiss1
Umweltwissenschaften und Schadstoff-ForschungBridging Science and Regulation at the Regional and European Level19902:BF03039398

DOI: 10.1007/BF03039398

Publiziert: 1. November 1990

Zusammenfassung

Die Ursachen vorzeitiger Nadelverluste bei Koniferen, wie sie in Gebirgswäldern seit mehr als einem Jahrzehnt beobachtet werden, sind noch weitgehend unerkannt.

Es liegt nahe, daß sie durch Luftverunreinigungen oder indirekte atmogene Effekte auf die Bodenchemie ausgelöst werden; doch treten die stärksten Schäden in Regionen auf, die nach üblichen lufthygienischen Standards als relativwenig belastet gelten. Stärkere Nadelverluste in größerer Höhenlage deuten auf die Beteiligunghöhenabhängiger atmosphären-physikalischer oder-chemischer Faktoren hin, die unter photochemischer Aktivierung primärer anthropogener Luftverunreinigungen zur Bildung von eigentlich phytotoxischen, sekundären Luftschadstoffen führen könnten.

Anthropogene luftgetragene Chlorkohlenwassrstoffe sind hier besonders bedenkenswert. Ihre physikochemischen Eigenschaften, die langjährigen Tendenzen ihrer Emissionen und Immissions-Konzentrationen, und die Möglichkeit der atmosphären-chemischen Umwandlung in reaktive oder phytotoxische Oxidationsprodukte, insbesondere chlorierte aliphatische Säuren, lassen ihre Beteiligung an der Auslösung montaner Waldschäden wahrscheinlich werden.