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Luftgetragene, organische Stoffe in Blattorganen

—Vorgand der ad-/absorptiven Anreicherung
  • K. Figge1
Umweltwissenschaften und Schadstoff-ForschungBridging Science and Regulation at the Regional and European Level19902:BF03039397

DOI: 10.1007/BF03039397

Publiziert: 1. November 1990

Zusammenfassung

Ziel dieser Arbeit ist es, den die Schadwirkung einleitenden Schritt, d.h. die Akkumulation luftetragener, organischer Stoffe durch Blattorgane (von Fichtennadeln) zu analysieren. Einbezogen werden dabei die in ihren physikalischchemischen Eigenschaften unterschiedlichen Stoffe Tetrachlorether (TCE) und Furtural. Auch die Desorption beider Stoffe von vorher belasteten Fichtenzweigen wird berücksichtigt.

Die Ergebnisse aus den Versuchen mit TCE zeigen, daß zwischen der TCE-Konzentrationin Fichtennadeln und der in der umgebenden Atmosphäre eindirekter, lineare Zusammenhang besteht, der mathematisch beschrieben werden kann. Der Vorgang der Desorption des TCEvon Fichtenzweigen läßt sich in zwei verschieden schnelle Teilprozesse 1. Ordnung zerlegen — in die Desorption von den Nadeln und die von den übrigen Zweigteilen — und ist ebenfalls mathematisch formulierbar.

Die TCE-Rückstandskonzentration in den Nadeln (Äquivalentkonzentration nach Desorption) häugt gleichfalls in linearer Weise von der TCE-Konzentration in der Atmosphäre ab und steigt mitfortschreitender Belastungszeit.

Im Gegensatz zum TCE tritt das Furfural vollständig — ohne daß sich ein meßbares Verteilungsgleichgewicht einstellt — aus der Atmosphäre auf die Fichtenzweige über, solange deren Aufnahmekapazität ausreicht. Es wird bevorzugt in den Nadeln festgelegt und ist danach nur noch zu einem geringen Anteil desorbierbar.